Landschaft
Martin & Christel Pusch
B.P. 82 - Maroua - Kamerun
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Kirche im Rohbau, davor Pastor Zalaļ Jonas
Kirche im Rohbau, davor
Pastor Zalaļ Jonas

zuletzt aktualisiert: 22.05.2004

Zu Besuch in Djamdoudi (von Martin Pusch)

Wenn man von Maroua aus mit dem Auto nach Zidim unterwegs ist, sieht man, kurz nach dem Ort Boula, auf der rechten Seite die Kirche von Djamdoudi stehen.

Wenn man das Gebäude so stehen sieht, ist man wohl zunächt unschlüssig: Steht es noch, oder steht es schon? Handelt es sich um eine Ruine, oder um eine Baustelle?

Überblick über die Baustelle
Überblick über die Baustelle

Wer natürlich die Geschichte dieser Gemeinde kennt, weiss, dass sie vor etwa drei Jahren in einem Unwetter ihr Gemeindehaus verloren haben. Das Dach wurde vom Sturm abgerissen, und die (zwar mit Zement verputzten) Lehmwände ein Raub der Elemente.

Nach diesem Ereignis beschloss die Gemeinde, ein neues Haus zu bauen. Sie sammelten Geld, und konnten schliesslich das Fundament legen sowie die Wände hochmauern.

Kirche, mit provisorischem Schattendach
Kirche, mit
provisorischem Schattendach

Doch dann stockte der Bau, denn Wände kann man zwar nach und nach erhöhen, beim Dach jedoch heisst es "alles oder nichts". Das Dach kann man nicht in Etappen decken, es bedeutet also einen recht beträchtlichen Aufwand, der im Wert den des Rohbaus übersteigt.

Seit zwei Jahren schon sammelte die Gemeinde Djamdoudi also für ihr Dach. Aber auch ohne Dach hielten sie schon ihre Gottesdienste im neuen Gebäude ab. Zu diesem Zweck hatten sie sich ein provisorisches Schattendach gebaut.

Die Kirchenglocke
Die Kirchenglocke

In diese Situation hinein kam Hilfe aus Europa. Dort hatten einzelne Leute und Gemeinden in einen Fonds eingezahlt, um afrikanischen Gemeinden in solchen Situationen zur Seite stehen zu können.

Damit war nun das Dach in greifbare Nähe gerückt. Doch die Gemeindeältesten beschlossen, das Geld möglichst umsichtig auszugeben. Sie wussten, dass Holz und Blech im Süden Kameruns deutlich günstiger ist als in Maroua. Sie beauftragten also ihren Pastor, der schon mehrmals aus anderen Gründen in den Süden gereist war, nach Yaoundé und Bertoua zu reisen, um Blech und Holz zu kaufen.

Hier entsteht die Dachkonstruktion
Hier entsteht die Dachkonstruktion

Schlussendlich waren zwei Reisen nötig, insgesamt dauerte die Angelegenheit mehr als einen Monat. Doch selbst, wenn man dies alles rechnet, hat sich der Einkauf im Süden gelohnt. Denn es wurde auch gleich Holz und Blech für zwei weitere Gemeindehäuser gekauft, ausserdem hatten noch einige Nachbarn die Gelegenheit genutzt, ebenfalls Holz zu bestellen. So verteilten sich die Transportkosten auf viele Schultern.

Ich hatte nun gehört, dass der Lastwagen mit dem Holz und dem Bleck inzwischen angekommen sei, und wollte mich davon überzeugen, dass alles gut lief. So fuhr ich am 19.05.2004 nach Djamdoudi.

alles echte Handarbeit
Alles echte Handarbeit

Dort angekommen, sah ich schon die Leute bei der Arbeit. Sie nagelten die Dachkonstruktion zusammen, und behandelten das Holz gegen Schädlinge.

Pastor Zalaļ Jonas zeigte mir das Gemeindehaus. Das provisorische Dach war nun entfernt worden. Es lagen ein Reihe von Mauersteinen herum, die als Sitzgelegenheit dienten. Denn selbst wenn die Kirche schon Wände und auch bald ein Dach haben wird, bleibt noch viel zu tun. Die Wände müssen noch verputzt werden, ausserdem fehlen Türen und Fenster. Kirchenbänke kommen erst ganz unten auf der Wunschliste der Gemeinde, vorher muss noch ein Zementboden gemacht werden.

Das Holzlager
Das Holzlager

Doch all diese Punkte sind Details, das wichtigste ist das Dach, und das ist nun in Arbeit. Davon konnte ich mich überzeugen.

Die Gemeinde hat drei Leute angeheuert, die mit solchen Arbeiten schon Erfahrung haben, denn dieses Dach soll nicht auch noch einem Sturm zum Opfer fallen. Ausserdem waren zwei oder drei Gemeindeälteste mit an der Arbeit, und natürlich der Pastor der Gemeinde.

Das Blech für das Dach
Das Blech für das Dach

Ich habe mir das Holz genauer angesehen. Man darf natürlich keine übertrieben hohen Massstäbe anlegen, wahrscheinlich ist es von Hand in Bohlen, Balken und Bretter zersägt worden.

Dafür hat der Pastor gutes Wellblech gekauft. Es gibt nämlich verschiedene Blechstärken, und manchmal kaufen die Leute vor lauter Sparsamkeit zu dünnes Blech ein.

Insgesamt sieht also alles gut aus, und bald wird die Gemeinde sich unter ihrem neuen Dach versammeln können.

Auf dem Rückweg kamen wir auch prompt in einen Regen, denn die Regenzeit hat schon begonnen.

Auf dem Rückweg Regen
Auf dem Rückweg Regen