Kamerun stellt Telefon-Nummern um

In Kamerun werden die bisher achtstelligen Telefonnummern auf neun Stellen umgestellt.

Zeitpunkt der Umstellung: 21. November 2014 um Mitternacht, also in der Nacht zum 22. November. (Zeitangabe bezogen auf Kamerun. Die Uhrzeit in Kamerun entspricht ganzjährig der Winterzeit in Deutschland, es wird nicht auf Sommerzeit umgestellt.)

Falls Sie also nach diesem Datum jemanden in Kamerun erreichen wollen, müssen Sie dessen Telefonnummer entsprechend anpassen.

Umgestellt wird wie folgt (Angaben ohne Gewähr):

  • Bisher achtstellige Nummern, welche mit der Ziffer 2 oder der Ziffer 3 beginnen, bekommen eine 2 vorangestellt (Anbieter Camtel, aber es gibt Ausnahmen, siehe weiter unten).
  • Alle anderen bisher achtstelligen Nummern bekommen eine 6 vorangestellt (Anbieter MTN, Orange und Nextel).

Die internationale Vorwahl für Kamerun bleibt weiterhin: +237.

Ergänzung am 26.11.2014:

Erst jetzt habe ich festgestellt, dass die Telefongesellschaft Camtel den offiziellen Umstellungstermin dazu genutzt hat, auch intern manche Nummern umzustellen. Betroffen sind Nummern von sog. CTPhones, meistens Schreibtisch-Telefone mit einer kleinen Antenne. Nummern dieser Geräte werden wie folgt umgestellt: aus bisher 22 wird 242, und aus bisher 33 wird 243. Camtel bietet eine Seite an, auf welcher man sich die korrekte Umstellung anzeigen lassen kann. [Seite inzwischen offline]

Im Zuge der Umstellung kann es zu Störungen kommen.

Die offizielle Information der Regulierungsbehörde ART findet sich hier. [Seite inzwischen offline]

Am 26. Oktober 2001 war die Umstellung von sechs auf sieben Ziffern, und am 1.  Juni 2007 die Umstellung von sieben auf acht Ziffern.

Martin Pusch

Sparkasse

Wir leben nun schon eine ganze Reihe von Jahren in Maroua. Und fast ebenso lange kümmere ich mich um Verwaltung und Finanzen. Nicht ausschliesslich zwar, aber doch den überwiegenden Teil meiner Zeit. Und trotz der vielen Jahre mache ich immer noch neue Erfahrungen. Von einer dieser Erfahrungen will ich hier berichten.

Einer unserer Geländewagen ist alt geworden. Seit mehr als 25 Jahren wurde er von verschiedenen Personen genutzt. Zwar fuhr er pro Jahr nur etwa 10.000 km, aber diese Kilometer hatten es oft in sich. Schon manchmal habe ich gedacht, man hätte neben dem Kilometerzähler auch noch einen Betriebsstundenzähler einbauen sollen. Denn oft sind wir hier zwar lange unterwegs, schaffen jedoch nur wenige Kilometer.

Nun beschliessen wir, diesen Wagen zu verkaufen. Nicht nur, dass der Wagen alt ist, es wird auch immer schwieriger, dafür noch Ersatzteile zu finden.

Mehrere Leute interessieren sich für das Fahrzeug, bieten aber nur wenig Geld dafür. Dann kommt jemand, der gleich deutlich mehr bietet. Da es sich hierbei auch noch um den Ältesten einer Gemeinde handelt, der das Fahrzeug auch für die Arbeit der Gemeinde mit nutzen will, bekommt er den Zuschlag.

Er muss also das Geld für den Kauf bringen. Er erklärt uns, dass er mit einem anderen Mann zusammen eine Sparkasse habe. Ich frage nach, ob er das Geld auf der Bank habe. Nein, nicht auf der Bank, sondern zuhause.

Am nächsten Tag schicken die beiden Männer jeder einen Sohn, welche uns gemeinsam das Geld bringen. Vielleicht kommen sie zu zweit, weil es einfach sicherer ist. Auf jeden Fall aber kommen sie zu zweit, weil das Gewicht des Geldes so hoch ist. Denn fast der gesamte Betrag besteht aus 500F-Münzen. Zwei von unseren Mitarbeitern sind eine ganze Weile beschäftigt, zusammen mit den beiden jungen Männern das Geld zu sortieren, zu zählen und zu rollen.

Nachdem also das Geld bei uns ist, setze ich einen Kaufvertrag auf, mit dem Titel „Certificat de Vente“. Im Grunde stehen dort die Daten des Verkäufers, des Käufers und des Fahrzeugs untereinander, dazu der Kaufpreis, Ort und Datum, und die beiden Unterschriften.

Als nächsten Schritt muss nun eine Behörde die Echtheit meiner Unterschrift bestätigen. Vor einigen Jahren war ich auf dieser Behörde, und habe meine Unterschrift dreimal in einem dicken Buch hinterlegt. Dieser Eintrag in dem Buch hat eine Nummer. Auf dem Kaufvertrag habe ich die Nummer meiner Unterschrift notiert. Mein Mitarbeiter hat nun den Kaufvertrag dieser Behörde vorgelegt, welche die Echtheit meiner Unterschrift bestätigt hat. Die Gebühren hierzu betragen 1.000 F CFA (etwa 1,50 EUR). Ausserdem behält die Behörde eine Fotokopie des Kaufvertrags, sowie eine Kopie des Fahrzeugscheins.

Das Original des Fahrzeugscheins streiche ich nun mit einem roten Stift durch, und notiere quer über das Papier „vendu“ — verkauft. Der Fahrzeugschein heisst hier „carte grise“, wörtlich also „graue Karte“, und enthält deutlich weniger Angaben als ein Fahrzeugschein in Deutschland.

Der Käufer bekommt von mir das beglaubigte Original des Kaufvertrags, und ich behalte eine Kopie. Ausserdem bekommt er den durchgestrichenen Fahrzeugschein. Natürlich habe ich ihm auch sämtliche Schlüssel des Fahrzeugs gegeben. Er hat einen Fahrer geschickt, welcher das Fahrzeug abgeholt hat.

Der Käufer muss nun mit dem Original des Kaufvertrags zum Finanzamt gehen, und dort fünf Prozent des Kaufpreises als einmalige Steuer zahlen. Die nächste Station ist die Zulassungsstelle. Dort wird der alte Fahrzeugschein eingezogen, und ein neuer Schein ausgestellt. Dieser Vorgang dauert mehrere Tage, und kostet noch einmal Gebühren. Das Fahrzeug bekommt bei dieser Gelegenheit ein neues Kennzeichen zugeteilt. Man muss also noch neue Kennzeichen anfertigen lassen, was mindestens zwei Wochen dauert.

Doch warum hat uns der Käufer den Kaufpreis in Geldmünzen gebracht? Das musste ich doch noch herausfinden.

Zuerst hatte ich es so verstanden, dass er das Geld angespart hatte, also nach und nach zurückgelegt, und dass es sich deshalb um Münzen handelte. Doch bei einem Gespräch machte der Käufer eine Bemerkung, welche mich auf den wahren Grund brachte: Münzen überstehen ein Feuer besser, und werden auch von den Termiten nicht aufgefressen. Vielleicht schützt das hohe Gewicht der Münzen auch besser vor Dieben, das weiss ich nicht. Der Hauptgrund war jedenfalls die Angst, durch ein Feuer das gesamte Geld zu verlieren.

Martin

Volkszählung

Im Zeitraum vom 11. bis 30. November 2005 wurde in Kamerun eine Volkszählung durchgeführt. Eine Reihe von Leuten aus unserem Bekanntenkreis konnte sich als Volkszähler ein kleines Zubrot verdienen. Ein Ergebnis wurde aber zunächst nicht bekannt gegeben.

Nun, im April 2010, kamen die Ergebnisse heraus. Hochgerechnet auf Anfang Januar 2010 hatte Kamerun 19.406.100 Einwohner. Die Bevölkerungszahl wächst im Moment mit einer Rate von 2,6% pro Jahr. Vor fünf Jahren wurden 17.463.836 Einwohner gezählt. Die Zählung war mit einem Fragebogen verbunden, 85,9% der Bevölkerung soll bei der Befragung berücksichtigt worden sein. Die Stammeszugehörigkeit der einzelnen Personen wurde nicht abgefragt, und ist übrigens auch nicht aus dem Personalausweis ersichtlich.

Die Verteilung der Bevölkerung auf die verschiedenen Regionen wird in folgender Tabelle deutlich:

Region Bevölkerung % Fläche
in km
2
% Bevölkerung
pro km
2
Adamaoua 884.289 5,1 63.701 13,7 13,9
Mitte (Yaoundé) 3.098.044 17,7 88.953 14,8 44,9
Ost 771.755 4,4 109.002 23,4 7,1
Äusserster Norden 3.111.792 17,8 34.263 7,4 90,8
Küste (Douala) 2.510.283 14,4 20.248 4,3 124,0
Nord 1.687.859 9,7 66.000 14,2 25,5
Nord-West 1.728.953 9,9 17.300 3,7 99,9
West 1.720.047 9,9 13.892 3,0 123,8
Süd 634.855 3,6 47.191 10,1 13,4
Süd-West 1.318.079 7,5 26.410 8,4 51,8
Gesamt 17.463.836 100 466.050 100 37,5

Die Hälfte der Bevölkerung war weniger als 17,7 Jahre alt, 43,6% der Bevölkerung war unter 15 Jahre alt, nur 5,5% waren über 60 Jahre alt.

Von der Deutschen Botschaft in Jaunde bekamen wir noch folgende Zahlen aus dem Volkszählungsbericht:

48% der Bevölkerung lebte in Städten.

38% der Bevölkerung war katholisch, 27% protestantisch, 21% muslimisch, 6% animistisch, 4% zählten sich zu anderen christlichen Gruppierungen.

Eine offizielle Veröffentlichung der Volkszählungsergebnisse im Internet habe ich bisher nicht finden können. Die von mir wiedergegebenen Zahlen stammen aus Kameruner Medien, und von der Botschaft in Jaunde.

Martin Pusch

Kamerun ändert Telefon-Nummern

In Kamerun werden alle bisher siebenstelligen Telefonnummern umgestellt auf acht Stellen.

Zeitpunkt der Umstellung: 1. Juni 2007 um Mitternacht, also in der Nacht zum 2. Juni. (Zeitangabe bezogen auf Kamerun. Die Uhrzeit in Kamerun entspricht ganzjährig der Winterzeit in Deutschland, es wird nicht auf Sommerzeit umgestellt.)

Umgestellt wird wie folgt (Angaben ohne Gewähr):

aus <2 nnn nnn> wird <22 nnn nnn>
aus <3 nnn nnn> wird <33 nnn nnn>
aus <4 nnn nnn> wird <74 nnn nnn>
aus <5 nnn nnn> wird <75 nnn nnn>
aus <6 nnn nnn> wird <96 nnn nnn>
aus <7 nnn nnn> wird <77 nnn nnn>
aus <9 nnn nnn> wird <99 nnn nnn>

Die internationale Vorwahl für Kamerun bleibt weiterhin: +237.

Im Zuge der Umstellung kann es zu Störungen kommen.

Die letzte Umstellung liegt noch nicht sehr lange zurück. Am 26. Oktober 2001 waren die Telefonnummern in Kamerun von sechs auf sieben Ziffern umgestellt worden.

Martin Pusch

Neue Münzen in Kamerun

1 F CFA - Zahl1 F CFA - Rückseite

1 F CFA – 15 mm Ø – 1,5 mm dick

2 F CFA - Zahl2 F CFA - Rückseite

2 F CFA – 18 mm Ø – 1,4 mm dick

5 F CFA - Zahl5 F CFA - Rückseite

5 F CFA – 16 mm Ø – 1,7 mm dick

10 F CFA - Zahl10 F CFA - Rückseite

10 F CFA – 18 mm Ø – 1,7 mm dick

25 F CFA - Zahl25 F CFA - Rückseite

25 F CFA – 22,8 mm Ø – 1,6 mm dick

50 F CFA - Zahl50 F CFA - Rückseite

50 F CFA – 22 mm Ø – 2 mm dick

100 F CFA - Zahl100 F CFA - Rückseite

100 F CFA – 24 mm Ø – 2 mm dick

500 F CFA - Zahl500 F CFA - Rückseite

500 F CFA – 26,1 mm Ø – 2,1 mm dick

500 F CFA - Zahl

Rand der Münzen zu 5, 10 und 25 F CFA

500 F CFA - Zahl

Rand der Münzen zu 50 und 100 F CFA

500 F CFA - Zahl

Rand der Münze zu 500 F CFA.


Die Münzen zu einem und zu zwei F CFA haben einen glatten Rand.

Irgendwann in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 kamen die ersten neuen Geldmünzen bei uns an. Offiziell waren sie schon am 29. März 2006 herausgekommen, aber es dauerte eine Weile, bis das neue Geld seinen Weg durch die Banken in die freie Wildbahn gefunden hatte. Und auch jetzt bekommt man noch überwiegend die alten Münzen zu sehen.

Von den Banken werden die neuen Münzen in farbiges Papier gerollt ausgegeben: rot (500 F), violett (100 F), orange (50 F), rosa (25 F), weiß (10 F), blau (5 F), grün (2 F) und grau (1 F).

Die Münzen sind alle auf die gleiche Art aufgemacht. Sie tragen auf der Vorderseite ihren Wert in großen, leicht zu lesenden Zahlen. Auf der Rückseite ist ein Korb mit tropischen Früchten dargestellt.

Lediglich die 500-F-Münze fällt etwas aus dem Rahmen. Unter dem Früchtekorb, wo bei den anderen Münzen die Jahreszahl steht, ist ein liegendes Oval zu sehen, das Jahr der Prägung findet sich direkt darunter auf dem Zierrand der Münze. In dem Oval soll man, wenn man schräg von der Seite darauf blickt, die Zahl „500“ erkennen können, und von der anderen Seite die Abkürzung „CEMAC“. Bis jetzt ist es mir allerdings noch nicht gelungen, etwas zu erkennen.

Im Moment sind nur Münzen mit dem Prägejahr 2006 in Umlauf.

Zum ersten Mal gibt es nun auch eine Münze, welche aus zwei verschiedenen Metallen besteht: das 100-F-Stück.

Die silberfarbenen Münzen sind magnetisierbar, auch das 100-F-Stück, allerdings nicht das 500-F-Stück.

Die BEAC (Zentralafrikanische Zentralbank) hat erklärt, warum sie die neuen Münzen herausgegeben hat. Obwohl die BEAC regelmäßig Münzen nachprägen ließ (zuletzt 2003), war ein starker Schwund an Münzen festzustellen. Drei Ursachen wurden angegeben:

  • Die Münzen wurden für Spielautomaten gehortet
  • Gewisse Münzen wurden von Handwerkern eingeschmolzen, um  Schmuck und andere Kunstartikel herzustellen.
  • Die alte 500-F-Münze war zu groß und schwer im Portemonnaie.
  • Um diesen Missständen abzuhelfen hat die BEAC 2005 1,25 Milliarden Münzen in Frankreich bestellt. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt, die seit 1960 weitgehend unveränderten Münzen neu zu gestalten. Neben optischen Gründen ging es bei der Neugestaltung um höhere Fälschungssicherheit. Ausserdem sollen durch die Verwendung von neuen Werkstoffen weniger Münzen auf Abwege geraten, also von Handwerkern eingeschmolzen werden.

    Im Alltag muss man jetzt natürlich vorsichtig sein, wenn man Kleingeld bekommt oder ausgibt. Die alten Münzen bleiben gültig, und die neuen Münzen bekommt man inzwischen häufiger. Auch das Zählen von Kleingeld, beispielsweise nach der Kollekte in der Kirche, dauert jetzt länger.

    Hier, wo wir leben, gibt es übrigens keine Automaten, in welche man Münzen einwerfen könnte: Es gibt keine Parkuhren, keine Getränke-, Briefmarken- oder Fahrkartenautomaten. Es brauchen also auch keine Automaten umgerüstet zu werden, wenn neue Münzen herauskommen.

    Die alten Münzen hatte ich hier vorgestellt, die Geldscheine hier.

    Martin Pusch

    Briefmarken

    Kameruner Briefmarke 1998: Kronenkranich - 175 F CFA

    1998 Kronenkranich 175 F CFA

    Kameruner Briefmarke 1998: Pavian - 200 F CFA

    1998 Pavian 200 F CFA


    Kameruner Briefmarke 1998: Menschenrechte - 370 F CFA

    1998 Menschenrechte 370 F CFA

    Kameruner Briefmarke 1999: CEMAC - 225 F CFA

    1999 CEMAC 225 F CFA


    Kameruner Briefmarke 2000: Friede Arbeit Vaterland - 125 F CFA

    2000 Friede Arbeit Vaterland 125 F CFA

    Kameruner Briefmarke 2000: Die zehn Provinzen Kameruns - 200 F CFA

    2000 Die zehn Provinzen Kameruns – 200 F CFA

    In Kamerun gibt es viele Möglichkeiten, einen Brief zu befördern. Oft bekommen wir Briefe, die von Hand zu Hand weitergegeben wurden, bis sie schlussendlich bei uns ankommen. Dabei wird es mit dem Briefgeheimnis nicht immer sehr genau genommen, oft sind Briefe auch nicht verschlossen. Schließlich hält bei unserem Klima die Gummierung normaler Briefumschläge nicht besonders gut.

    Zwischen einem Dorf und der Stadt, oder zwischen Dörfern, werden Briefe oft von Hand zu Hand weitergegeben. Normalerweise gibt es immer jemanden, der auf den Markt will, oder der etwas in der Stadt zu erledigen hat.

    Wir selbst haben am Verwaltungsgebäude einen Briefkasten, in den solche Briefe eingeworfen werden können, schließlich ist unser Büro nicht rund um die Uhr besetzt. Ausser uns hat aber fast niemand einen Briefkasten. Man kann nämlich fast überall darauf zählen, dass mindestens ein Wächter da ist, dem man einen Brief geben kann. Auch in Privathaushalten bleibt immer mindestens eine Person zuhause, um das Haus zu bewachen. Ein Briefkasten wird also nicht benötigt.

    Wenn ein Brief von einer Stadt in die andere geschickt werden soll, gibt es einen anderen Weg. Neulich musste ich beispielsweise einen Brief von Maroua nach Ngaoundéré schicken. Ich habe mir also ein Bus-Unternehmen gesucht, welches diese Strecke fährt, und habe den Brief dort abgegeben. In diesem speziellen Fall war vereinbart, dass das Porto vom Empfänger entrichtet werden sollte.

    Diese Art, einen Brief zu verschicken, erfreut sich erst seit dem Jahre 2001 größerer Beliebtheit, denn in dem Jahr kamen in Nordkamerun die Mobiltelefone auf. Der Empfänger muss ja wissen, dass er einen Brief bekommen wird, und informiert sein, bei welchem Busunternehmen er den Brief abholen kann und wann. Hierzu ist das Mobiltelefon unerlässlich.

    Auch wer einen Brief durch die normale Post bekommt, muss ihn dort abholen. Es gibt in Maroua (und wohl auch in ganz Kamerun) keine Postzustellung. In Maroua gibt es auch keine Straßennamen oder Hausnummern, welche eine Zustellung erlauben würden. Der normale Weg ist also, dass man ein Postfach bei der Post hat, oder zumindestens jemanden kennt, dessen Postfach man angeben kann.

    Unser Postfach in Maroua (Nr. 82) ist das bekannteste Postfach in der Stadt. Viele Christen, die wenigstens ab und zu in unsere Gottesdienste kommen, geben dieses Postfach als ihre Adresse an. Die Leute sind so zahlreich, dass wir sie nicht alle kennen können.

    Wir haben bei uns Postfächer eingerichtet, welche so ähnlich sind wie die bei der Post. Hier hinein verteilen wir diejenige Post, die wir uns bekannten Leuten oder Zentren zuordnen können. Die übrige Post wird im Gottesdienst verteilt. Meist werden dazu während der Bekanntmachungen die Namen der Adressaten vorgelesen, damit sie wissen, dass sie am Ende des Gottesdienstes vorne vorbeikommen und ihren Brief mitnehmen sollen. Es nimmt auch schon mal jemand die Post für seinen Nachbarn mit, aber manche Briefe liegen monatelang neben der Kanzel, bis sie schließlich in irgendeine Ecke geräumt werden.

    Neben der normalen Post gibt es auch noch Unternehmen wie DHL, oder auch kleinere, nationale Unternehmen, mit denen man einen Brief oder eine andere Sendung schicken kann. Dies ist aber vornehmlich für Organisationen, Firmen oder Behörden interessant, weniger für den Privatmann. Für Sendungen zwischen Nord- und Südkamerun nutzen wir gelegentlich dieses Angebot, denn die Busunternehmen fahren meistens nur bis Ngaoundéré.

    Wer einen Brief mit der normalen Post verschickt, muß ihn natürlich auch frankieren. Was es im Moment bei der Post in Maroua an Briefmarken zu kaufen gibt, ist hier rechts dargestellt. Es gibt aber noch mehr als nur die hier abgebildeten Marken, es ist nur nicht immer alles vorrätig.

    Ein Luftpostbrief innerhalb Kameruns kostet 125 F CFA [€-,19], innerhalb der CEMAC 200 F [€-,30], nach Frankreich und in einige französisch-sprachige afrikanische Länder 250 F [€-,38], in alle anderen afrikanischen Länder 370 F [€-,56], nach Europa (ausser Frankreich) 410 F [€-,63] und in die restliche Welt 450 F CFA [€-,69].

    Wenn wir also einen Brief nach Deutschland schicken wollen, haben wir im Moment das Problem, dass sich das Porto von 410 F CFA aus den vorhandenen Marken nicht zusammensetzen lässt. Ein Ausweg besteht darin, Kollegen zu bitten, bei Postämtern in ihrer Nähe nach anderen Werten zu fragen, und uns die Marken bei Gelegenheit mitzubringen. Bei einem einzelnen Brief kann man auch mal 450 F aufkleben, wenn es anders nicht passt.

    Für die Leute in Nordkamerun gibt es, neben den beschriebenen Möglichkeiten, einen Brief zu verschicken, noch zwei andere wichtige Medien zur Nachrichtenübermittlung: Das Mobiltelefon und das Radio. Vielleicht schreiben wir mal gesondert zu diesen Themen.

    Martin Pusch