Niederschläge 2010

Regenwerte 2010 im Vergleich zu anderen Jahren
Regenwerte 2010 im Vergleich zu anderen Jahren

Die Regenzeit 2010 hat, nach den Messwerten, weniger Regen gebracht als andere Jahre. Und doch sind manche Leute der Meinung, dass es dieses Jahr viel geregnet habe. Denn es gab einige Tage, an welchen gewaltige Mengen Wasser herunter kamen. In Pouss hat es eine Überschwemmung gegeben, welche viele Familien obdachlos gemacht hat. Einige Kirchen haben für diese schwierige Situation Hilfe mobilisiert.

Datum Menge 2010
22.04.2010 1 1
30.04.2010 7 8
01.05.2010 1 9
05.05.2010 6 15
06.05.2010 15 30
19.05.2010 12 42
21.05.2010 2 44
05.06.2010 21 65
06.06.2010 3 68
13.06.2010 6 74
14.06.2010 23 97
21.06.2010 3 100
23.06.2010 2 102
25.06.2010 8 110
26.06.2010 4 114
27.06.2010 23 137
03.07.2010 10 147
06.07.2010 3 150
08.07.2010 23 173
16.07.2010 18 191
19.07.2010 20 211
21.07.2010 7 218
22.07.2010 4 222
23.07.2010 5 227
24.07.2010 10 237
25.07.2010 45 282
26.07.2010 34 316
30.07.2010 1 317
07.08.2010 1 318
08.08.2010 3 321
11.08.2010 12 333
12.08.2010 33 366
14.08.2010 5 371
15.08.2010 4 375
18.08.2010 6 381
19.08.2010 11 392
24.08.2010 9 401
26.08.2010 12 413
27.08.2010 1 414
28.08.2010 10 424
29.08.2010 14 438
01.09.2010 13 451
02.09.2010 20 471
04.09.2010 23 494
06.09.2010 80 574
07.09.2010 2 576
09.09.2010 3 579
16.09.2010 12 591
20.09.2010 25 616
25.09.2010 7 623
28.09.2010 1 624
30.09.2010 23 647
03.10.2010 1 648
04.10.2010 15 663
05.10.2010 5 668
08.10.2010 5 673
11.10.2010 15 688
19.10.2010 1 689
20.10.2010 15 704
23.10.2010 1 705
25.10.2010 5 710

Wir selbst haben auch einige größere Regenfälle registriert, wie z.B. am 6. September 2010. An diesem Tag regnete es zwei Mal ganz ordentlich, ein Regen mit 47 mm, und gleich noch einer mit 33 mm Niederschlag.

Die Monate Juli und August waren wir nicht hier in Maroua. Unsere Nachbarin, Laurence Turquais, hat während unserer Abwesenheit unseren Regenmesser übernommen, und die Werte notiert. Später, Mitte Oktober, gab es ein Problem mit dem Messtrichter. Darin liegt normalerweise ein kleines Gitter, doch der Wind hatte es fortgeweht. So haben Blätter den Trichter verstopft, und ich musste einige Regenmengen abschätzen, bis wir den Trichter vom Dach geholt und gesäubert hatten.

Vergleich der einzelnen Monate.
Vergleich der einzelnen Monate.

Nun, während ich diese Zeilen schreibe, ist die Luftfeuchtigkeit bereits auf 40% abgesunken. Um 17.30 Uhr ist es drinnen und draussen gleichermassen warm: 33,2°C.

Ausführliche Tabellen zu anderen Jahren gibt es hier: 20092008200720052004.

Martin

Es ist warm…

Wahrscheinlich wird dies niemanden wirklich überraschen, wenn ich schreibe, dass es bei uns warm ist. Schliesslich wohnen wir in Afrika, und da ist es bekanntermassen warm. Und in gewisser Weise gewöhnt man sich auch an die Wärme.

So spielt das Wetter für uns einen grossen Teil des Jahres keine Rolle, wenn wir etwas planen. Ungefähr die Hälfte des Jahres können wir davon ausgehen, dass es nicht regnen wird. Bei einer Feier brauchen wir also keinen Plan „B“ für Regen.

Trotzdem gibt es auch hier kühlere und wärmere Zeiten. Kühl ist es normalerweise im Januar, weil dann der Harmattan weht, ein staubbeladener Wind aus der Wüste. In der Wüste kühlt es ja bekanntermassen nachts ziemlich ab, und das tut es dann auch bei uns. Und tagsüber wird es nicht so heiss, weil die Sonne durch den Staub nur eingeschränkt durchdringt. Begrüsst wird sich in dieser Zeit mit: „Wie geht es dir mit der Kälte?“

Die Monate März und April sind besonders warm. Im März herrscht trockene Hitze vor, während es im April bereits vereinzelt zu kräftigen Regenstürmen kommt. Diese sind örtlich begrenzt, und so steigt auch bei uns die Luftfeuchtigkeit an, obwohl wir bisher noch keinen Tropfen Regen abbekommen haben. Je feuchter die Luft wird, desto schlechter lässt sich die Wärme aushalten. Begrüsst wird sich in dieser Zeit mit: „Wie geht es dir mit der Müdigkeit?“

Thermometer: 42°C aussen; 36,1°C innen
Thermometer im Wohnzimmer: 42°C Aussentemperatur, 36,1°C innen. Die angezeigte Uhrzeit stimmt nicht, es war gegen 13 Uhr.

Die Wärme hat nicht nur Nachteile. Die Wäsche trocknet fast so schnell, wie man sie auf die Leine hängt. Das Geschirr kommt vorgewärmt aus dem Schrank. Allerdings ist das Geschirr immer vorgewärmt, auch wenn man vielleicht ein wenig Schokolade auf einem Teller anrichten will.

Hygrometer: knapp 40 Prozent Luftfeuchtigkeit
Hygrometer, zur gleichen Zeit.

Durch die Wärme werden wir aber auch schneller müde. Nahrungsmittel verderben schneller, wenn sie nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort herrscht aber bereits drangvolle Enge, denn es gibt so vieles, was kühl aufbewahrt werden muss: Medikamente, Filme, Filzstifte, Marmelade, Schokolade… Und wenn der Kühlschrank zu voll ist, kann die Kälte darin nicht mehr richtig zirkulieren.

Bei der Wärme ist es richtig erfrischend, kühles Wasser zu trinken. Damit wir nun nicht immer für jedes Glas Wasser den Kühlschrank aufreissen müssen, stehen dort zwei Kanister mit je fünf Litern Wasser drin. Morgens und am späten Nachmittag wird dieses Wasser in einen isolierten Behälter gefüllt, zusammen mit einigen Brocken Eis. Damit bekommt der Kühlschrank Zeit, die nächste Ladung zu kühlen. Und wer etwas trinken will, zapft aus dem isolierten Behälter, der bei uns 13 Liter fasst.

Neulich hatten wir so viel Besuch, dass wir diesen Behälter an einem Tag sechs Mal aufgefüllt haben. Und im Abwasch sind immer ganz viele Gläser… Die Kinder nehmen Wasser mit in die Schule, und dürfen auch während des Unterrichts davon trinken. Allerdings bekommen sie nie Hitzefrei. Das einzige Zugeständnis an die Hitze ist, dass der Sportunterricht in der heissen Zeit gleich morgens stattfindet, und nicht erst am Nachmittag.

Fliegen in der Ecke vom Hauseingang
Viele Fliegen fliegen Fliegen nach — und landen vor unserer Haustür.

Fliegen scheinen immer an einen kühlen Ort zu wollen. Wenn es draussen heiss ist, versuchen sie in Scharen, sich in die Ecken unseres Hauseingangs zu verdrücken. Jedes Mal, wenn die Türe einen Moment offen ist, können einige dieser Fliegen hereinschlüpfen. Doch am späten Abend ist es draussen etwas kühler als im Haus. Dann hängen die Fliegen von innen im Fliegengitter des Küchenfensters. Bis zum Morgen sind sie meist gestorben, und liegen innen auf dem Fensterbrett.

Computer und andere elektronischen Geräte sind oft nur für einen Temperaturbereich bis 35°C gebaut. Den Videoprojektor braucht man bei unseren derzeitigen Temperaturen nicht auszupacken, er schaltet sich sowieso nach kurzer Zeit wegen Überhitzung ab. Aber auch manche Computer hängen sich immer öfter auf, je wärmer es ist. Generell halten elektrische und elektronische Geräte nicht so lange in der Hitze durch. Dies hängt wohl auch mit den Kondensatoren zusammen, in denen das Elektrolyt bei Wärme schneller austrocknet.

Jedenfalls freuen wir uns, dass die heisse Zeit bald überstanden sein wird. An anderen Orten in der Gegend hat es schon geregnet, bei uns blieb es bisher aber noch trocken.

Martin

Fliegen auf der Bank vor unserer Haustür.
Fliegen auf der Bank vor unserer Haustür.

Staub in der Luft

Gestern, am 18.03.2010, kam er: dicker, gelber Staub. Es war nicht besonders windig. Wahrscheinlich wurde der Staub in grosser Höhe aus der Wüste Sahara in unsere Gegend geweht, und senkte sich nun über die Stadt und die ganze Gegend ab.

Baum fast verdeckt durch dicken Staub
Staub in Maroua

Die Luft, ohnehin schon dick durch die Wärme (tagsüber 36° C), kann man kaum mehr atmen. Der Staub verteilt sich in der ganzen Wohnung, die Fenster stellen kein grosses Hindernis dar. Das Bett ist voller Staub. Das Handtuch im Bad muss erst ausgeschüttelt werden. Der oberste Teller aus dem Geschirrschrank geht direkt in den Abwasch. Unsere Internet-Verbindung wird ebenfalls durch den dicken Staub beeinträchtigt. Das für heute eigentlich vorgesehene Flugzeug kann mangels ausreichender Sicht nicht in Maroua landen.

Das Bild hat Christel gestern aufgenommen, als sie zu einer Beerdigung unterwegs war. Staub zu Staub — dies ist selten so eindrücklich.

Martin Pusch

Rekord-Regen

Heute, am frühen Morgen, fiel ein starker Regen, insgesamt 77 mm Niederschlag! Wir schreiben nun in der fünften Regenzeit die Werte auf, und bisher lagen die ergiebigsten Regen bei 67 oder 68 mm. Der heutige Regen mit 77 mm bedeutet praktisch ein Zehntel der Jahres-Niederschlagsmenge.

Trotzdem gab es auf unserem Gelände keine Überschwemmung. In der Vergangenheit ist schon gelegentlich bei starken Regenfällen das Wasser in die Kirche gelaufen. Die Straße liegt höher als das Gelände, so dass, bei starken Regenfällen, das Wasser aus dem Straßengraben auf unser Gelände überlief. Dem haben wir im letzten Jahr durch einen kleinen Wall einen Riegel vorgeschoben, und das hat offensichtlich funktioniert.

Interessant ist auch, dass wenige Kilometer von uns entfernt schon deutlich weniger Wasser herunter kam. Wir beobachten immer wieder, dass Niederschläge nur eine begrenzte Ausdehnung haben.

Ich aktualisiere hier die schon begonnene Liste:

  • 05.04.2009 – 1 mm
  • 06.04.2009 – 5 mm
  • 09.04.2009 – 13 mm
  • 13.04.2009 – 1 mm (Regen über Nacht auf den 14.)
  • 14.04.2009 – 9 mm
  • 17.04.2009 – 4 mm
  • 23.04.2009 – 13 mm
  • 24.04.2009 – 11 mm
  • 30.04.2009 – 2 mm (starke Winde, 3 Gittermasten umgefallen)
  • 04.05.2009 – 18 mm (längerer Dauerregen)
  • 04.06.2009 – 32 mm
  • 12.06.2009 – 3 mm
  • 14.06.2009 – 22 mm
  • 18.06.2009 – 6 mm
  • 23.06.2009 – 2 mm
  • 25.06.2009 – 10 mm
  • 27.06.2009 – 3 mm
  • 28.06.2009 – 29 mm
  • 30.06.2009 – 2 mm
  • 02.07.2009 – 7 mm
  • 03.07.2009 – 1 mm
  • 06.07.2009 – 7 mm
  • 07.07.2009 – 2 mm
  • 08.07.2009 – 5 mm
  • 10.07.2009 – 22 mm
  • 11.07.2009 – 9 mm
  • 12.07.2009 – 2 mm
  • 17.07.2009 – 13 mm
  • 18.07.2009 – 27 mm
  • 20.07.2009 – 1 mm
  • 22.07.2009 – 77 mm

Insgesamt haben wir bisher 359 mm Niederschlag gemessen. Zur Erinnerung die Gesamtmengen von anderen Jahren, mit Datum des letzten Regentags:

  • 2008 – Gesamtmenge 696 mm am 09.10.2008
  • 2007 – Gesamtmenge 802 mm am 31.10.2007
  • 2005 – Gesamtmenge 948 mm am 19.10.2005
  • 2004 – Gesamtmenge 647 mm am 11.10.2004

Übrigens kommt hier nicht immer nur Regen herunter, sondern gelegentlich (selten) auch Hagel.

Martin Pusch

Anmerkung: Inzwischen ist die Regenzeit 2009 abgeschlossen, und eine Gesamt-Übersicht verfügbar. Danach gab es sogar noch einen Tag mit 110 mm Niederschlag. Wir waren zu der Zeit jedoch auf einer Reise, so dass wir diesen grossen Regen nicht selbst mitbekommen haben. MP

Beginn der Regenzeit 2009

Kamerun-Kenner, die uns schreiben, fragen jetzt immer nach der Regenzeit. Wie ist es? Regnet es bereits? Regnet es genug? Wie ist es mit der Wärme? Könnt Ihr die noch aushalten?

Jetzt gerade, wo ich diese Zeilen schreibe, sind bei uns im Wohnzimmer 35°C, und draussen 36°C. Die Sonne ist bereits seit etwa einer halben Stunde untergegangen, es ist 19 Uhr (31.05.2009). Uns ist also alles andere als kalt!

Diese hohen Temperaturen bestehen bereits seit dem Monat März, aber mit Beginn der Regenzeit erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Feuchte Wärme lässt sich schlechter aushalten als trockene Wärme. Manche Leute reagieren mit Hitzepickeln und anderen Ausschlägen.

Regenmesser mit 1 mm Regen
Regenmesser mit 1 mm Regen

Zur Regenzeit gehört natürlich Regen. Wir waren überrascht, dass der erste Regen bereits am 5. April fiel. Ehrlich gesagt, waren wir auf diesen ersten Regen nicht eingerichtet, der Regenmesser war noch nicht aufgestellt. Zum Glück haben wir noch den alten Regenmesser, quasi ein Behälter mit einer aufgedruckten Einteilung. Den habe ich schnell im Garten zwischen einigen Steinen verkeilt, und konnte so die Regenmenge feststellen: 1 mm am 05.04.2009, und am nächsten Tag 5 mm.

Über den April verteilt gab es weitere Regenfälle, eine Liste folgt weiter unten. Dann, am 30. April, hat es bei uns zwar nur 2 mm geregnet, aber es gab sehr starke Winde. Von der Hochspannungsleitung, welche Maroua mit Strom versorgt, wurden drei Gittermasten umgeknickt. Wir hatten also ab sofort keinen Strom mehr. Dieser Zustand blieb drei Nächte und zwei Tage bestehen, bis die Leitung provisorisch wieder in Betrieb ging. Dies war wichtig, weil es in Maroua ohne Strom auch kein Stadtwasser gibt. Wir selbst haben einen Brunnen auf dem Gelände, und konnten unseren Nachbarn während der stromlosen Zeit Wasser abgeben. An einem einzigen Tag gingen innerhalb von 12 Stunden mehr als 20 Kubikmeter Wasser an nähere und entferntere Nachbarn.

Nachdem die Stromleitung provisorisch wieder stand, wurde sie eine Woche lang jeweils tagsüber abgeschaltet, damit die Reparatur weitergehen konnte. Für die Nacht wurde der Strom wieder eingeschaltet. Da wir für solche Fälle einen kleinen Generator vorgesehen haben, konnten wir uns tagsüber damit behelfen.

Am 4. Mai gab es einen längeren Dauerregen, der immerhin 18 mm Regen brachte. Das war aber auch gleichzeitig der einzige Regen, der im Monat Mai bei uns gefallen ist. Hier die gesamte Übersicht:

  • 05.04.2009 – 1 mm
  • 06.04.2009 – 5 mm
  • 09.04.2009 – 13 mm
  • 13.04.2009 – 1 mm (Regen über Nacht auf den 14.)
  • 14.04.2009 – 9 mm
  • 17.04.2009 – 4 mm
  • 23.04.2009 – 13 mm
  • 24.04.2009 – 11 mm
  • 30.04.2009 – 2 mm (starke Winde, 3 Gittermasten umgefallen)
  • 04.05.2009 – 18 mm (längerer Dauerregen)

Das Hygrometer steht im Moment auf 45%. Heute morgen stand es noch auf 70%. Der Wert verändert sich wahrscheinlich durch Regenfälle in der weiteren Umgebung. Manchmal hören wir, es habe hier und da geregnet. Bei uns, wie gesagt, gab es seit Anfang Mai keinen Niederschlag.

Wir sind gespannt, wie es weiter geht. Für viele Leute entscheidet sich mit den Regenfällen, ob sie später genug zu essen haben werden.

Martin Pusch

Niederschläge 2008

Blick vor unsere Haustür, am 09.05.2008 mit 6 mm Regen.
Blick vor unsere Haustür, am 09.05.2008 mit 6 mm Regen.

Zwar waren wir die Monate Juli und August nicht in Maroua, unser Niederschlag-Messgerät hat aber auch während unserer Abwesenheit weitergezählt. Die Werte einzelner Tage werden allerdings nur für die zurückliegenden neun Tage gespeichert, daher können wir für den größten Teil unserer Abwesenheit keine Einzelwerte auflisten.
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